Kreisgruppe Bergstraße

Fische

...die oft vergessenen Tiere. Fische fühlen Schmerzen.

Die wunderbare Welt der Fische

Die Schönheit der Natur begreifen ist eine wichtige Voraussetzung, um die Natur vor Zerstörung zu bewahren. Einer, der das bei Meereslebewesen besonders gut vermitteln kann, ist der Meeresbiologe und Fotograf Robert Marc Lehmann; hier im ARD-Interview:

"Meeresbiologe Robert Marc Lehmann über Zoos // 3nach9", insbesondere über kommerzielle Aquarien: https://www.youtube.com/watch?v=x-bdL3ajKL0, (April 2021, 15 min)

Was ist das Leben eines Fisches wert?

  • Kunstaustellung im Jahr 2000: Bild von Goldfischen im Mixer:
    - Ein Knopfdruck schaltet den Mixer an. Der Fisch stirbt einen schnellen Tod, hat weniger Leiden als beim regulären Fischfang (mit Netz oder Haken). Was sind deine Gefühle dabei?
    - Laut Gerichtsurteil stellt das eine humane Form des Tötens dieser Tiere dar. Was sagt dies über den Wert aus, den wir den Fischen zuschreiben?
  • Siehe Ozeanober

Fühlen Fische Schmerzen?

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Fragen zum Fisch und Meeresschutz

Fragen zum Thema Meeresschutz:

  1. Ausgewogene Ernährung: Ist Fisch in Deutschland notwendig für eine gesunde Ernährung?
    -> Fisch ist bei uns in Deutschland derzeit zwar ein Grundnahrungsmittel (https://de.wikipedia.org/wiki/Grundnahrungsmittel). Grundnahrungsmittel sind aber kulturell bedingt und dies sagt wenig darüber aus, ob das jeweilige Produkt auch tatsächlich nötig ist. Wir haben hierzulande Zugang zu einer großen Bandbreite an Nahrungsmitteln, die uns sowohl satt machen, als auch alle notwendigen Nährstoffe zur Verfügung stellen. Der Ratschlag Fisch ganz bewusst als „Delikatesse“ zu konsumieren richtet sich gezielt an Menschen, für die der gewohnte Genuss sehr wichtig ist, so dass Alternativen zum Fisch keine Option sind. Abgesehen davon ist Fisch für eine ausgewogene Ernährung nicht notwendig. In beiden Fällen ("Fisch als seltener Genuss" und "kein Fisch") sollte darauf geachtet werden, die Empfehlungen der großen Ernährungsfachgesellschaften zu befolgen, damit die Nährstoffe, die ansonsten durch wöchentlichen Fischkonsum zugeführt werden, durch alternative Quellen ersetzt werden.
  2. Persönliche Möglichkeiten: "Ich möchte die Meeresökosysteme und Meeresbewohner möglichst wenig belasten... was kann ich persönlich tun?"
    -> Ein bewusster Verzicht auf Fisch und andere Meerestiere ist ein einfacher und schnell wirksamer Schritt, um die Meeresumwelt weniger zu belasten und die betroffenen Tiere zu schützen, indem sie am Leben bleiben dürfen. Das Gute dabei ist, dass sich dies - nach einer Phase der Gewohnheitsumstellung - im Alltag üblicherweise nicht als Verzicht empfunden wird.
    -> Alternativen zum Meeresfisch sind auch eine gute Möglichkeit nicht zum Mikroplastik-Eintrag in die Meere beizutragen, der zu einem großen Teil von Fischerei-Ausrüstung verursacht wird, siehe z. B. https://www.br.de/wissen/geisternetze-fischernetze-plastik-meer-gefahr-fuer-meerestiere-100.html, 2018. Die Lösung des im Artikel beschriebenen Problems wird - wenn genügend Menschen mitmachen - sehr einfach.
  3. Politik: In der Schlachtverordnung sind Ausnahmen von den ansonsten geltenden Vorschriften vom Tierschutz vorgesehen: eine individuelle Betäubung vor der Schlachtung ist für Fische nicht vorgeschrieben (siehe https://www.gesetze-im-internet.de/tierschlv_2013/BJNR298200012.html#BJNR298200012BJNG000400000 - § 1 (3) Punkt 4). Was ist davon zu halten?
    -> Hier sind gesetzliche Änderungen nötig. Natürlich stellt die riesige Menge an Fischen in einem großen Netz ein logistisches Problem dar, wenn jedes einzelne Tier - wie es sonst gesetzlich vorgeschrieben ist - betäubt werden müsste. Wir von der AG Tierethik sind der Meinung, dass die Konsequenz daraus nicht sein darf, dass es gar keine Betäubung gibt. Die Methoden müssen den ansonsten üblichen Anforderungen zum Tierschutz angepasst werden. Möglicherweise stellt sich dabei heraus, dass große Netze in der Praxis eine sehr ineffektive Methode ist und somit in deutlich kleinerem Maßstab zum Einsatz kommen werden. Kleine Fangmengen sind aufgrund der allgemeinen Überfischung ohnehin notwendig. Sicherlich gilt es auch hier zu differenzieren: zum Beispiel ob der Fischfang für den leicht verzichtbaren Konsum (wie z. B. für die Nachfrage in unseren Breiten) durchgeführt wird oder ob die Fische von und für Menschen in Gegenden gefangen werden, die keine anderen Nahrungsquellen zur Verfügung haben.

BUND-Faktenchecks:

Kommunikation zum Fischverzehr

Fische sind fühlende Lebewesen und die Meere sind überfischt. Lösungen sind erforderlich.

Das Naheliegenste ist, die Haupt-Ursache der Überfischung anzugehen. Dies ist die Nachfrage nach Fischen zum menschlichen Verzehr. Sie ist der Motor, der die Fischfang-Industrie mit Auftrag und Geld versorgt.

Bei der Kommunikation dieses Zusammenhangs ist darauf zu achten, dass Speiseplanänderungen eine kulturelle Dimension haben. Die jüngere Generation hat üblicherweise (insbesondere im Binnenland) weniger Probleme eine fischfangfreie Konsumkultur als nützlich anzuerkennen und kreativ zu gestalten. Diese Basis zu einer generationenübergreifenden Kommunikationsstrategie zu erweitern, ist eine wichtige Aufgabe aller Akteure.

Welche Botschaften werden ansonsten von verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren gesendet?

1. "Keine nennenswerte Konsumänderung nötig oder sogar Steigerung"

z. B. DGE

Die aktuelle Konsummenge sei gesundheitlich empfehlenswert und die damit verbundene Fang-Menge nachhaltig möglich; man müsse nur richtig auswählen (also von einer Fischart weniger essen, dafür andere - noch nicht überfischte - mehr); Fische als Ressource (DGE, https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/oekologisch-vertraeglicher-fischverzehr/, 2007, Seite seit ca. April 2021 nicht mehr verfügbar; Neue Quelle: https://www.dge.de/presse/pm/regelmaessig-fisch-auf-den-tisch/, 2016)

...im Aufbau... Detailauswertungen zu den Aussagen in der DGE-Pressemitteilung: "Ein- bis zweimal Fisch pro Woche"; Fische liefern: EPA, DHA, Protein, Selen, Vitamin D, Jod (sind diese Nährstoffe auch anderweitig zu bekommen?); "im Hinblick auf die Nachhaltigkeit sind ein bis zwei Portionen pro Woche akzeptabel. Diese können z. B. jeweils in eine Portion fettreichen (70 g) und fettarmen (150 g) Fisch aufgeteilt werden. Die Deutschen essen allerdings weniger."; "Nachhaltiger Fisch – das geht!" (dabei wird vor allem auf das MSC-Siegel verwiesen; siehe Fisch-Siegel-Check); "Langkettige n-3 Fettsäuren machen Fisch zu etwas Besonderem" (...todo: herausfinden, ob diese auch von woanders zu bekommen sind)

Hinweis des BfR, dass bestimmte Personengruppen bestimmte Fischarten in größeren Mengen vermeiden sollten, weil sie "höhere Gehalte an gesundheitlich bedenklichen Stoffen aufweisen können" (https://www.bund-bergstrasse.de/ag-tierethik/vegan-check/#c17462)

2. "Fisch als Delikatesse"

z. B. BUND

(Vorteile: ..., Nachteile: ...)

 

3. "Fische im Speiseplan ersetzen"

(kein Verzicht, sondern Alternativen)

(Vorteile: ..., Nachteile: keine)

Wenn Umwelt, Tierwohl und Machbarkeit kombiniert werden sollen, dann empfiehlt sich die Variante 3 in der Kommunikation an interessierte Bürger:innen.

Impulse:

  • Die Idee die Fische zu schützen, indem man sie nicht fängt und tötet, um sie später zu essen, ist nicht neu. Ein Beispiel aus der Pop-Kultur: der Film Carnage (https://en.wikipedia.org/wiki/Carnage_(2017_film)) blickt aus dem Jahr 2067 zurück auf die heutige Zeit.
    - 20:45 min: "Hugh convinced Britain to stop eating cod [Kabeljau] and start eating mackerel [Makrele]. [...] Shortly after mackerel became overfished. [...] From where we stand now, it seems obvious that to promote the preservation of fish you could have told people to stop eating fish. But instead he wrote a book about how to cook fish."
    - 22:30 min: Meat-free Monday by Paul McCartney
  • (Fischfreie) Rezepte für die Meere

Fisch for Future: Attraktive Alternativen zum Fang

...für die Konsument:innen

Wie kann eine tierfreundliche Zukunft des Fischkonsums aussehen? Hier einige Beispiele von Ideen, um die Fischfangmenge effektiv zu reduzieren.

Bereits jetzt verfügbar (Wissen, Methoden, Produkte):

In Entwicklung (Technologie, Forschung, Prototypen), Fischprodukte ohne Fisch:

  • "Wiener Startup - Veganer Lachs aus dem 3D-Drucker" (tagesschau.de, 16.03.2021)
    "Sieht aus wie Lachs, schmeckt wie Lachs - ist aber rein pflanzlich"
    Warum Lachs? -> weil er der meistgegessene Fisch der Welt ist. Alternativen dazu sind din Weg, diesen Konsum nachhaltig zu gestalten.
    Zitat: Volker Lammers ist am Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik tätig. Aus seiner Sicht hat der Wiener Druckerlachs durchaus Potential: "Wenn Sie mich das vielleicht vor fünf oder zehn Jahren gefragt hätten, dann hätte ich gesagt, hmm, es ist wirklich nur eine kleine Nische." Damals seien die Produkte auch nicht so gut gewesen, sagt er. "Aber mittlerweile hat sich auch meine persönliche Meinung dazu geändert und ich sehe sogar die Notwendigkeit, dass wir mehr in diesem Bereich machen und diese Produkte noch besser machen."
  • "In Lübeck entsteht Fisch im Labor" (ndr.de, 26.04.2021)
    - https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/In-Luebeck-entsteht-Fisch-im-Labor,laborfisch100.html
     - "Überfischung bedroht die Meere - diese Warnung von Wissenschaftlern und Umweltschützern aus aller Welt ist nicht neu."
    - "Wir müssen keine Tiere mehr töten, um Lebensmittel herzustellen"
    - Tierisches Produkt ohne Gefährdung des Tierwohls
    - "Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen steigt weltweit die Nachfrage nach Fisch. Damit wächst auch das Problem der Überfischung der Meere."
    - "Für eine klimafreundlichere Ernährung sind anstelle von Fisch aus dem Labor zum Beispiel vegane Fischersatzprodukte aus Tofu oder Seitan eine Alternative."
    - "Eine pflanzenbasierte oder vegane Ernährungsweise ist aber laut einer Studie der gemeinnützigen Klima-Beratungsgesellschaft CO2 online tatsächlich mit Abstand am besten für das Klima."

Zukunftsperspektiven:

  • "Seegras-Anbau in den USA - Ein Reiniger, der auch noch schmeckt", tagesschau, Oktober 2021
    - "Barker liebt die Meeresalgen - den Seetang. Seit vier Jahren pflanzt er hier diese grün, braun schimmernden Algen an. Sie lassen sich zu Snacks verarbeiten, zu Cremes und Seifen. Seetang ist vielseitig."
    - "Seetang muss nicht gewässert werden und auch nicht gedüngt."
    - Wie schmecken die Algen? -> "fischig, wie Kaviar, und beißend, sehr salzig und auch bitter, wie schwarzer Tee, aber trotzdem irgendwie auch süß. Umami, nennen Japaner diese seltsame fünfte Geschmacksrichtung."
    - "In einer Welt, in der das Wasser immer knapper wird, sagt Rogers, und der Anbau von Obst und Gemüse schwieriger, könnte Seetang in Zukunft einmal für Lebensmittelsicherheit sorgen: "Wenn sie irgendein Gemüse mit Seetang vergleichen, dann hat der Seetang typischerweise rund zehnmal mehr Mineralien als das Gemüse." " (...todo: Angaben nachprüfen...)

Verwandte Artikel:
- https://www.ndr.de/themenwoche/wieleben/Veganismus-Klimaschonend-und-gesund,veganismusschontklima100.html, 18.11.2020. "Veganismus: Klimaschonend und gesund"
- https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Wie-oekologisch-ist-Fisch-aus-Aquakultur,aquakultur164.html, 07.04.2021, "Wie nachhaltig ist Fisch aus Aquakultur?", "Aquakultur: Oft Wildfang als Futter eingesetzt"

Ideen:

  • "Meeresschutz in Hessen" - Aufklärung über fischfreie Alternativen in der Ernährung. Fische direkt schützen, indem sie gar nicht erst nicht aus ihrem Lebensraum überraschend entfernt werden.

Fisch-Siegel-Check

Wenn der Tierschutz ausgeklammert wird und nur der Aspekt Nachhaltigkeit fokussiert wird, dann können Fisch-Siegel eine nützliche Orientierung für die Verbraucher:in sein. Leider sind speziell die Siegel, die häufig im Laden angeboten werden, Stand Oktober 2021 als eher unzureichend bewertet. Zum Beispiel:

Was sind mögliche Folgen für die Verbraucher:innen-Aufklärung?

  • "Vermeidung first" / "Fisch-Verzicht first": Insgesamt sollten selbst die seltenen guten Nachhaltigkeitssiegel für Fische nicht als Einladung zu deren Kauf interpretiert werden; denn hierzulande lässt sich üblicherweise eine passende Alternative zum Konsum von Fisch finden (wenn danach gesucht wird).
  • ...im Aufbau... TODO: tatsächliche Marktanteile der jeweiligen Top-Siegel herausfinden
  • Beispiel-Kommunikation: "Verbrauchern, die einen Beitrag zur Rettung der Rest-Fischbestände in den Meeren leisten wollen, kann leider nur empfohlen werden, einfach weniger Meeresfisch zu essen" (https://pullach.bund-naturschutz.de/unser-essen, abgerufen Okt. 2021)
  • Tipp: Auf die Vorteile der Fisch-Vermeidung konzentrieren; nicht den Gedanken nach Genuss-Verzicht replizieren, sondern den Genuss-Gewinn in Szene setzen, siehe z. B. Pflanzliche Spitzenküche. Der einzige Nachteil ist der einmalige Aufwand für die Umstellung der bisherigen Gewohnheit.

Nahrungsergänzungsmittel in Aquakultur

Welches Futter bekommen die Fische in Aquakultur? Welche Nahrungsergänzer sind typischerweise enthalten?

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  • Friend of the Sea
  • Bio-Aquakulturen (EU-Bio, Naturland, Bioland, Demeter)
  • ASC (aus Umweltsicht nicht ausreichend)

 

Problem Fischmehl

Auch der Bedarf an Fischmehl als Beimischung zu Tierfutter fördert die Überfischung unserer Weltmeere.

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Zum Nachdenken: Delfinfleisch-Rezepte

https://delfinfleisch.wordpress.com/2008/11/ - in kleinen Mengen in Ordnung?

März - Oktober 2021

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