Moore im Kreis Bergstraße

Birken am Niedermoor "Rotes Wasser von Olfen" Birken am Niedermoor "Rotes Wasser von Olfen"  (Birgit Kallerhoff)

Moore sind faszinierende Landschaften aus dauerhaftem Nass, unscheinbar, unzugänglich und bescheiden. Doch bei genauerem Hinsehen entdecken sich eigentümliche Besonderheiten: zarte wurzellose Pflanzen auf schwankendem Boden, abgestorbene Bäume in bizarren Formen, umgeben von Gräsern, die sich im Winde wiegen.

Auch im Kreis Bergstraße gibt es noch lebendige Moore. Sie stehen unter besonderem Schutz, beispielsweise als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat):

  • Das rote Wasser von Olfen, zwischen Wald-Michelbach-Affolterbach und Oberzent-Olfen
  • Schannenbacher Moor, Lautertal
  • Schmerbachtal von Fürth und Hammelbach

Obwohl Moore gemeinhin als "tot" gelten, sind sie für die Umwelt sehr bedeutend. Die einzigartigen Ökosysteme sind Lebens- und Rückzugsräume für viele bedrohte Arten und wirken im Landschaftswasserhaushalt als Filter und Rückhalteflächen. Für den Klimaschutz sind sie eminent wichtig: Auch wenn Moore nur drei Prozent der weltweiten Landfläche ausmachen, speichern sie doppelt so viel Kohlenstoffdioxid wie alle Wälder der Erde zusammen. Ihre Erhaltung ist daher essentiell.

Für den Klimaschutz im Kreis Bergstraße muss sichergestellt werden, dass Moore und moorähnliche Böden mit genügend viel Wasser versorgt werden.

Wie entsteht ein Moor?

Moore sind Feuchtgebiete. Ständiger Wasserüberschuss aus Niederschlägen oder durch austretendes Mineralbodenwasser hält den Boden sauerstoffarm und verhindert den vollständigen Abbau der pflanzlichen Reste, die stattdessen als Torf abgelagert werden. Das unterscheidet sie von Sümpfen, die gelegentlich austrocknen, weshalb deren organische Substanz vollständig zu Humus abgebaut wird.
Lebende Moore wachsen durch Torfaufwuchs in die Höhe, allerdings mit rund einem Millimeter pro Jahr äußerst langsam. Für den Aufbau eines zehn Meter mächtigen Torfkörpers braucht ein lebendiges Moor somit 10.000 Jahre.

Niedermoore werden vom Boden her mit Wasser gespeist und können auch Baumbestand aufweisen. Im Unterschied dazu erhalten Hoch- oder Regenmoore Wasser aus Niederschlägen und sind durch niedrigen Bewuchs gekennzeichnet. Die allermeisten Moore sind heute entwässert.

Links