Kreisgruppe Bergstraße

Rasche Umsetzung der Grundwasseraufspiegelung zur Rettung des Riedwalds - BUND fordert politische Weichenstellungen spätestens bis Mitte nächsten Jahres

03. Dezember 2015 | Hessisches Ried Wälder, Wälder

Das Jahr 2015 wird wohl wieder als ein Rekordjahr in die Wettergeschichte eingehen, was zu hohe Temperaturen und viel zu wenig Niederschlag betrifft. Der BUND-Kreisverband Bergstraße fordert deshalb von den politischen Entscheidungsträgern, dass nun rasch gehandelt wird und die Empfehlungen des Runden Tisches zur Grundwasseraufspiegelung im Hessischen Ried endlich auf den Weg gebracht werden. Denn der Wald im Ried hat durch die vergangene Trockenperiode noch einmal enorm gelitten, wobei mehrere Waldbrände ihr Übriges getan haben. BUND-Kreisvorstandssprecher Guido Carl: "Wenn das noch lange so weitergeht, dann ist der Niedergang des Riedwaldes nicht mehr aufhaltbar."

Die Wälder im Hessischen Ried befinden sich seit rund 50 Jahren in einem Überlebenskampf, weil die Grundwasserentnahme zur Trinkwasserversorgung des Rhein-Main-Gebietes den Wurzelraum austrocknet. Nur wenn die vormals feuchten Waldbereiche wieder Grundwasseranschluss erhalten, haben sie eine Überlebenschance. BUND-Kreisvorstandssprecher Herwig Winter: "Es ist mittlerweile schon viel zu viel Zeit verstrichen, nachdem der Runde Tisch seine Empfehlungen zur Grundwasseraufspiegelung abgegeben hat. Jetzt muss endlich gehandelt werden."

Heimische Eichen dauerhaft erhalten

Scharfe Kritik übt der BUND an der immer noch seitens Hessen-Forst betriebenen Vorgehensweise eines Waldumbaus. Guido Carl: "Wer Douglasien und Roteichen pflanzt, der verspielt die Chance auf eine naturnahe Waldstruktur mit heimischen Arten wie Stiel- und Traubeneiche und Kiefer." Hinzu kommt, dass zumindest in den Natura 2000-Gebieten, zu denen große Teile der Riedwälder gehören, Hessen-Forst eine gesetzliche Pflicht hat, insbesondere die heimischen Eichen dauerhaft zu erhalten. Denn gerade diese Eichen-Lebensräume genießen einen besonderen Schutz nicht zuletzt aufgrund bedrohter Tierarten, die auf diesen Lebensraum angewiesen sind, wie beispielsweise Hirschkäfer und Heldbock.

Und gerade für die heimischen Eichenwälder gilt, dass sie nachhaltig bewirtschaftet werden müssen, um sie auf Dauer zu erhalten. Denn von alleine bildet sich kein Eichenwald. Von Hessen-Forst erwartet der BUND deshalb, dass auch dort, wo es auf absehbare Zeit nicht zu einer Grundwasseraufspiegelung kommen wird, rein forstwirtschaftliche Aspekte zurückgestellt werden zugunsten der Erhaltungsziele aus der Sicht des Naturschutzes. Für die Erhaltung der Eiche bietet sich an, dass man von vitalen Exemplaren an trockenen Standorten Eicheln nutzt, um daraus Sämlinge zu ziehen und sie anzupflanzen.

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