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Kreisgruppe Bergstraße

BUND kritisiert Wachstumseuphorie des Fürther Bürgermeisters

23. April 2020 | Landwirtschaft, Lebensräume

Die Ortsumgehung der B 38 a als Begründung für neue Wohnsiedlungs- und Gewerbegebiete ist falsch. Überbordendes Wachstum zulasten der Natur führt zu unbeherrschbaren Krisen - so viel zeigt die Corona-Pandemie schon jetzt.

Diese Streuobstwiese in Fahrenbach mit herrlichen alten Obstbäumen soll nach den Vorstellungen des Fürther Bürgermeisters der Wohnbebauung weichen

Der BUND-Kreisverband Bergstraße findet es unangebracht, mit welcher Selbstverständlichkeit die geplante B 38 a-Umgehung um Mörlenbach von Bürgermeister Volker Oehlenschläger genutzt wird, um Wachstumseuphorie zu verbreiten. BUND-Kreisvorstandssprecher Herwig Winter: „Mit dem Bau der Straße wurde noch nicht einmal begonnen, da träumt der Fürther Bürgermeister schon von neuen Wohnsiedlungs- und Gewerbegebieten.“

In der Diskussion um die Umgehungsstraße um Mörlenbach wurde stets damit argumentiert, dass die Menschen in der Ortslage vom Durchgangsverkehr entlastet werden sollten. Wenn die neue Straße aber dazu genutzt wird, immer mehr Menschen und Gewerbe ins Weschnitztal zu locken, wird die Entlastungswirkung nach Auffassung des BUND rasch verpuffen. Und auch von dem seitens des Bürgermeisters beschworenen Platz in der Natur bleibt immer weniger übrig, wenn wie in Fahrenbach geplant selbst Streuobstwiesen der Wohnbebauung geopfert werden.

BUND-Kreisvorstandssprecher Guido Carl: „Im Übrigen täte Bürgermeister Oehlenschläger gut daran, sich in Zeiten der Corona-Krise einmal zurückzuhalten und darüber nachzudenken, dass es mit dem Flächenverbrauch nicht einfach immer so weitergehen kann, ohne dass uns noch viel größere Krisen ins Haus stehen.“ Gerade die Corona-Pandemie führt uns derzeit vor Augen, wie wichtig es ist, dass eine Region die Grundversorgung der Bevölkerung nicht zuletzt mit Nahrungsmitteln gewährleisten kann. Das wird aber nur gelingen, wenn nicht ständig neue Flächen betoniert und asphaltiert werden. Alleine durch den Bau der B 38 a-Umgehung um Mörlenbach gehen der Landwirtschaft mehr als 20 ha Fläche verloren.

Doch unversiegelte Böden sind von zentraler Bedeutung weit über die landwirtschaftliche Nutzung hinaus. Sie stellen den größten Kohlenstoffspeicher an Land dar und sind damit für den Klimaschutz unverzichtbar. Sie sind in unseren Breiten stets mit Vegetation bedeckt und bilden damit die Grundvoraussetzung für den Erhalt der Artenvielfalt. Die größten Verluste an Biodiversität finden sich momentan im Offenland, im Bereich von Äckern und Wiesen. Herwig Winter: „Wer ständig neue Flächen versiegelt, verschärft die Klimaerwärmung ebenso wie das Artensterben. Klimaerwärmung und Artensterben aber werden sich, wenn es immer so weitergeht, zu einer globalen Krise ausweiten mit Folgen für die Menschheit, die weit schlimmer sein werden als die der Corona-Pandemie.“

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