Kreisgruppe Bergstraße

BUND fordert: Macht den Steinbruch Mackenheim endlich dicht

28. Januar 2016 | Ressourcen & Technik

Die Wunde, die der Steinbruch Mackenheim der Natur zugefügt hat, sollte endlich heilen können. Der BUND fordert deshalb, den Steinbruch dicht zu machen.

Scharf kritisiert der BUND-Ortsverband Mörlenbach den erneuten Antrag der Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim (PWS) auf Erweiterung des Steinbruchs in Mackenheim. Nach nur rund 10 Jahren Gesteinsabbau ist der Umfang der letzten Genehmigung, der bei Einhaltung der jährlichen Abbaumengen 25 Jahre lang hätte ausreichen müssen, fast schon erreicht. BUND-Ortsbeauftragter Herwig Winter: "Eigentlich hatten die Menschen im Umfeld des Steinbruchs darauf gehofft, dass nun das Ende der dauernden Belastung durch Staub, Lärm und Erschütterung gekommen sei. Doch die PWS kriegen offenbar den Hals nicht voll."

Die kürzlich beantragte Erweiterung umfasst zwei auf der bereits vorhandenen Steinbruchfläche in die Tiefe gehende Kegel mit einem Gesteinsvolumen von rund drei Mio. Tonnen. Damit würden bei Beibehaltung der genehmigten Jahresproduktion von rund 600.000 Tonnen die Vorräte für weitere fünf Jahre reichen. Bis dahin hoffen die PWS, den Zugriff auf die bereits genehmigte Erweiterung des Steinbruchs in Richtung Vöckelsbach zu erlangen, der derzeit immer noch durch Privateigentümer, die nicht verkaufswillig sind, verwehrt ist.

Zunahme des Lkw-Verkehrs

Nach Auffassung des BUND haben die Menschen in Mackenheim und Vöckelsbach ein Recht darauf, nicht länger durch Staub, Lärm und Erschütterungen belastet zu werden. Die Anwohner an der L 3120 in Weiher und an der B 38 in Mörlenbach, die den Krach und den Staub der Steinbruch-Laster seit Jahrzehnten ertragen müssen, haben das gleiche Anrecht auf Entlastung. Stattdessen werden sie zusätzlicher Belastung ausgesetzt sein, denn die Kegel im Steinbruch sollen nach dem Abbau verfüllt werden. Das bedeutet eine Zunahme an Steinbruch-Lkw-Verkehr, denn zu den Produkten, die vom Steinbruch abtransportiert werden, kommen die Abfallmaterialien, die zum Steinbruch hin transportiert werden. Beides kann nicht zeitgleich, sondern nur zeitversetzt stattfinden.

Bevölkerung und Natur müssen geschützt werden

Zusätzliche Gefahr bedeutet das auch für die Bachläufe, die durch vermehrten Eintrag von Schlämmen und gelösten Stoffen des aus den Abbaukegeln gepumpten Wassers bedroht sind. Herwig Winter: "Die Bachläufe im Umfeld des Steinbruchs genießen den strengen Schutz des europäischen Naturschutzrechts unter anderem deshalb, weil es hier eines der letzten Vorkommen des Steinkrebses in Hessen gibt. Alleine von daher muss endlich einmal ein Schlussstrich gezogen werden. Die PWS können nicht alle 10 bis 15 Jahre kommen und die nächste Erweiterung durchsetzen. Durchsetzen müssen sich vielmehr die Politiker in den Kommunen, die ein Ende des Steinbruchbetriebs zum Schutz ihrer Bevölkerung und der Natur wünschen."

Erweiterung verhindern

Die Wunden, die der Steinbruchbetrieb in die Odenwaldlandschaft geschlagen hat, sollten endlich heilen können. Es wäre nach Auffassung des BUND fatal, wenn in Zukunft auch noch eine Ausdehnung des Steinbruchs in Richtung Vöckelsbach stattfinden würde. Der Wald, der sich an dieser Stelle befindet, ist nicht zuletzt aus Gründen des Artenschutzes erhaltenswert, denn er beherbergt eine Reihe seltener Tierarten. Der BUND hofft deshalb darauf, dass die Eigentümer, die den PWS eine Erweiterung in Richtung Vöckelsbach verwehren, sich weiterhin standhaft zeigen und das Gelände nicht verkaufen. Die Kommunalpolitiker in Mörlenbach fordert der BUND auf, ihren Einfluss geltend zu machen, damit einer Erweiterung des Steinbruchs in Richtung Vöckelsbach schon jetzt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegengearbeitet wird.

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