Kreisgruppe Bergstraße

B38a: Begehung der im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Trassenführung um Rimbach

27. Juli 2021 | Lebensräume, Naturschutz, Naturschutzgebiete im Kreis Bergstrasse

Der BUND Bergstraße hat sich die geplante Trasse für die B38a bei Rimbach angesehen und warnt vor einer Wiederholung alter Fehler.

Am Rande des Naturschutzgebiets „Weschnitzaue“ wird den Teilnehmern der vom BUND organisierten Trassenbegehung die Auswirkung der Planung eindrucksvoll vor Augen geführt. Mitten im Schutzgebiet soll eine Brücke für die Umgehungsstraße gebaut werden.

Rund 20 Teilnehmer waren der Einladung des BUND-Kreisverbandes Bergstraße gefolgt und haben sich von der im Bundesverkehrswegeplan vorgesehenen Trassenführung für eine Umgehungsstraße B38a um Rimbach vor Ort ein eigenes Bild gemacht. „Die Fehler von Mörlenbach dürfen sich nicht wiederholen. Die Zerstörung wertvoller Landschaft und der enorme Verbrauch landwirtschaftlicher Nutzfläche kann nicht einfach immer so weitergehen,“ meint BUND-Kreisvorstandssprecher Herwig.

Trasse führt mitten durchs Naturschutzgebiet

Schon der Beginn der Linienführung des Bundesverkehrswegeplans ist nach Auffassung des BUND-Kreisverbandes Bergstraße absolut untragbar, denn die Trasse führt mitten durch das bedeutendste Naturschutzgebiet des vorderen Odenwalds, die Weschnitzaue von Rimbach und Mörlenbach. Im weiteren Verlauf wird das von zahlreichen Besuchern frequentierte Naherholungsgebiet der Fischteiche beim Hoppershof entwertet, wobei ein Waldstück ausgerechnet in dem Bereich der Planung zum Opfer fallen wird, in dem sich derzeit eine Graureiherkolonie befindet. Bei der Weiterführung in offener Bauweise in weitem Bogen um Rimbach und Lörzenbach werden Täler auf langen Brücken überquert und Höhenrücken durchschnitten, wovon Streuobstwiesen, Feldgehölze und viele weitere Biotopstrukturen betroffen sind. Im Bundesverkehrswegeplan ist von einer Flächeninanspruchnahme von 16,9 ha die Rede und von einer Beeinträchtigung von Vorrangflächen des Landschaftsschutzes von 28,4 ha.

ÖPNV wird Berufsverkehr dominieren

BUND-Kreisvorstandssprecher Rainer Kühnel: „Wir sollten keine Planungen vorantreiben, die absehbar nicht mehr zeitgemäß sind und die neuen Entwicklungen in der Mobilität völlig außer Acht lassen.“ In den kommenden Jahrzehnten werden nach Auffassung des BUND nur noch Elektrofahrzeuge verkehren, die leise und emissionsfrei unterwegs sind. Ein gut ausgebautes und getaktetes Angebot an Öffentlichem Personennahverkehr ebenso wie das verstärkte Arbeiten im Homeoffice werden einen Großteil an Berufsverkehr mit dem eigenen Pkw überflüssig machen. Rainer Kühnel: „Die Geldmittel, die in eine Umgehungsstraße gesteckt werden sollen, sind sicher besser angelegt, wenn die Weschnitztalbahn modernisiert und ein ausgefeiltes Netz an Zubringerbussen eingerichtet wird.“

Wenn schon eine Umgehungsstraße, dann eine Tunnellösung

Herwig Winter: „Sollten sich aber die zuständigen Entscheidungsträger nicht von einem Straßenbau abbringen lassen, dann kommt nur eine Tunnellösung in Frage.“ Eine Tunnellösung hat nach Ansicht des BUND den Vorteil, dass sie in breitem Konsens geplant werden kann. Gegen die im Bundesverkehrswegeplan vorgesehene Linienführung dagegen wird sich nicht nur von Seiten der Landwirtschaft und der Naturschutzverbände massiver Widerstand entwickeln. Es ist wohl kaum zu erwarten, dass die Rimbacher und Lörzenbacher Bevölkerung die Zerstörung ihrer naturnahen Naherholungsgebiete im Westen der Ortslagen widerstandslos hinnehmen wird. Das ergibt sich nicht zuletzt aus den Äußerungen des Entsetzens vieler Teilnehmer über die geplanten massiven Eingriffe in die intakte und wunderschöne Odenwaldlandschaft westlich von Rimbach.

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