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Kreisgruppe Bergstraße

Alptraum für Natur und Landschaft des Weschnitztals

07. September 2019 | Lebensräume, Landwirtschaft

BUND: Die Machbarkeitsstudie von Ex-Landrat Wilkes ist eine Orgie der Naturzerstörung. Hinter Mörlenbach soll die Natur über RImbach bis nach Fürth auf der Strecke bleiben.

Idyllisches Tal zwischen Mörlenbach und Rimbach - die B38a würde es etwas unter der Bildmitte zerschneiden  (Herwig Winter)

Die Urteilsbegründung des VGH Kassel zur B 38 a-Ortsumgehung Mörlenbach liegt noch nicht vor, doch die CDU-Landtagsabgeordnete Birgit Heitland verkündet für den Spatenstich schon einmal die erste Jahreshälfte 2020. Aber den Vogel schießt nach Auffassung des BUND-Kreisverbandes Bergstraße Ex-Landrat Matthias Wilkes ab, der seinen 10 Jahre alten Ladenhüter einer Machbarkeitsstudie für die Ortsumgehungen von Rimbach und Fürth aus der Schublade zieht mit der Forderung einer raschen Planung. BUND-Kreisvorstandssprecher Herwig Winter: „Die Machbarkeitsstudie ist eine einzige Orgie der Naturzerstörung.“

Eine Schneise der Zerstörung um Rimbach

Die Machbarkeitsstudie sieht vor, dass noch südlich der Weschnitzmühle und der Zotzenbacher Bahnhaltestelle das Tal auf einer 320 m langen Brücke überquert wird, um dann die Trasse in nordwestliche Richtung offen durch Streuobst- und Weideflächen quer durch Feldhecken in einem Abstand von etwa 200 m parallel zur Groß-Breitenbacher Wohnsiedlung zu führen. Auf der Höhe der Stallungen am Ende des Naturschutzgebietes in dem kleinen Seitental, das die Gemarkungsgrenze zwischen Mörlenbach und Rimbach bildet, schwenkt die Trasse nach Norden in einen Tunnel von knapp 250 m Länge. Noch weit vor den Albersbacher Fischteichen, an denen sie unmittelbar vorbeiführt, kommt sie wieder an die Oberfläche und umgeht von da aus in offener Bauweise Rimbach in weitem Bogen. Täler werden auf langen Brücken überquert und Höhenrücken werden durchschnitten, wobei weder auf Streuobst noch auf Feldgehölze oder sonstige Biotopstrukturen Rücksicht genommen wird.

BUND-Kreisvorstandssprecher Guido Carl: „Diese Form der Rücksichtslosigkeit lässt sich über die gesamte weitere Trassenführung hin verfolgen. Sprichwörtlich wie die Axt im Walde schlägt die Trasse eine Schneise der Zerstörung in bislang unberührte Landschaft.“

Brutalstmöglicher Eingriff bei Fürth

Unmittelbar am Lörzenbacher Sportplatz vorbei überquert die Trasse die B 460, um in einer langgezogenen S-Kurve ins Linnenbacher Tal zu gelangen, welches mit einer Brücke knapp 100 m westlich der Gärtnerei Leeder überquert wird. Die Umgehung von Fürth sieht eine Trassenführung unmittelbar am Ellenbacher Rückhaltebecken vorbei vor. In einer langgezogenen Schleife quer durch Wiesen und Felder wird die Trasse dann noch vor Krumbach auf die alte B 38 zurückgeführt.

Herwig Winter: „Die Planer der Machbarkeitsstudie haben damit zweifelsfrei die Suche nach dem brutalstmöglichen Eingriff erfolgreich abgeschlossen.“

Trotz Bürgerbegehren: Neue Gewerbe- und Siedlungsflächen

Doch als ob das nicht genug der Landschaftszerstörung wäre, träumt nach Auffassung des BUND die Mittelstandsvereinigung der CDU bereits wieder den Traum neuer Gewerbe- und Wohnsiedlungsflächen im Zuge einer Schnellstraße durch das Weschnitztal. Guido Carl: „Reichen die erfolgreiche Bürgerbegehren in Rimbach und Mörlenbach gegen neue Gewerbegebiete immer noch nicht, um die CDU-Mittelständler davon zu überzeugen, dass die Menschen im Weschnitztal das nicht wollen?“

Machbarkeitsstudie selbst einsehen

Beim BUND ist man sicher, dass die Menschen im Weschnitztal sich eine derart gravierende Zerstörung ihrer noch intakten Natur und Landschaft nicht gefallen lassen werden. Wenn den Betroffenen vor Ort erst einmal das volle Ausmaß der Zerstörungen bewusst wird, wird der Widerstand dagegen wachsen. Der BUND macht deshalb die Machbarkeitsstudie auf seiner Internetseite www.tunnelloesung.de einsehbar und versichert schon heute, dass er den Widerstand gegen diese Art der Straßenplanung tatkräftig unterstützen wird.

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