Kreisgruppe Bergstraße

"Spurensuche Gartenschläfer" in Bensheim gestartet

12. Juni 2020 | Lebensräume, Naturschutz

Der BUND Bensheim fahndet nach der vielerorts verschwundenen Schlafmaus mit der "Zorromaske" und hat gemeinsam mit Helfern 25 Spurtunnel im Geäst von Bäumen und Sträuchern am Schönberger Seeberg befestigt. Diese werden nun bis Ende September betreut und im Wochenabstand kontrolliert.

Susanne Steib, Projektkoordinatorin beim BUND Hessen, stellt bei der Schulung der Spurtunnelbetreuer die Spuren verschiedener Schlafmäuse vor.  (BUND Bergstraße)

Der Gartenschläfer gibt Rätsel auf, seine Bestände gehen drastisch zurück und in vielen Regionen ist die kleine Schlafmaus mit der "Zorromaske" bereits ausgestorben. Und das, obwohl der Winzling in der Auswahl seiner Lebensräume flexibel und als Allesfresser recht anpassungsfähig ist. Ein Frühwarnsystem für ein Artensterben größeren Ausmaßes?

Um das Überleben des Bilchs zu sichern, läuft seit 2019 bundesweit die "Spurensuche Gartenschläfer", bei der die Universität Gießen, die Senckenberg Gesellschaft und der BUND zusammenarbeiten. In der zweiten Forschungssaison fahndet auch der BUND Bensheim nach dem kleinen Nager. Auf einem Plateau am Seeberg bei Schönberg klebten die Aktiven zusammen mit einigen Helfern 25 Spurtunnel im Geäst von Bäumen und Sträuchern fest. Susanne Steib, Projektkoordinatorin beim BUND Hessen, erläuterte das Artenschutzprojekt und die Untersuchungsmethode. Läuft ein Tier durch den beidseits offenen Pappbehälter, tritt es zunächst auf eine Art Stempelkissen und hinterlässt dann Spuren auf einem Blatt Papier. Da der Gartenschläfer besondere Schwielen an seinen Pfoten hat, lassen sich seine Spuren gut von denen anderer Kleinsäuger unterscheiden. Die Spurtunnel werden nun bis Ende September alle ein bis zwei Wochen kontrolliert. Falls die Fahnder Abdrücke auf den Papierstreifen vorfinden, sammeln sie diese ein, befestigen neues Papier und tupfen frische Farbe auf. Im Herbst und Winter, während der Gartenschläfer ausgiebig abtaucht, werden die entdeckten Spuren wissenschaftlich ausgewertet.

Bis 2024 soll mit der "Spurensuche Gartenschläfer" die Lebensweise der einheimischen Schlafmaus erforscht und ein Schutzkonzept entwickelt und umgesetzt werden. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert und hat im Mai diesen Jahres eine Auszeichnung als „Projekt der UN-Dekade für Biologische Vielfalt“ erhalten. Wer einen Gartenschläfer gesehen oder gehört hat, kann direkt mithelfen und seine Entdeckung auf der Webseite www.gartenschlaefer.de melden, gerne mit Foto oder einer Audioaufnahme. Denn nicht nur die Gesichtszeichnung mit den dunklen Ringen um die Augen ist beim Gartenschläfer unverkennbar, sondern auch seine Stimme – nachzuhören auf www.gartenschlaefer.de/geraeusche.

 

 

 

 

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