Weniger Licht wäre mehr Insekten- und Naturschutz.
(Lynn Anders / BUND Hessen)
Der BUND Bergstraße sieht den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, am nördlichen Bruchsee eine Wegbeleuchtung zu installieren, als zusätzliche und übermäßige Belastung für dort lebende Pflanzen und Tiere. Er fordert den Magistrat auf, die rechtlichen Grundlagen für die zusätzliche Beleuchtung gemäß Bundes-Naturschutzgesetz und Bundes-Immissionsschutzgesetz genau zu prüfen, und regt an, die mit Bewegungsmeldern ausgestatteten Leuchten nicht die ganze Nacht hindurch aktivierbar zu halten. Außerdem sollte ein schädlicher Einfluss auf das FFH-Gebiet „Hinterer Bruch südlich Heppenheim“ ausgeschlossen werden.
Künstliche Beleuchtung in den Nachtstunden ist zu einem erheblichen Teil für den starken Rückgang der Insektenarten und -biomasse verantwortlich. Auch Fledermäuse, Igel, Vögel und Bäume reagieren äußerst empfindlich auf die Aufhellung der Nacht durch künstliche Lichtquellen. Der BUND verweist auf Empfehlungen des Bundesamts für Naturschutz für eine nachhaltigere Außenbeleuchtung. Dazu gehören der Einsatz warmer Lichtfarben, die Vermeidung von Streulicht durch voll abgeschirmte Leuchten und eine zielgerichtete Beleuchtung ausschließlich auf tatsächlich benötigte Flächen.