Kreisgruppe Bergstraße

Fische

Fische - die oft vergessenen Tiere.

...im Aufbau... derweil siehe Ozeanober.

Was ist ein Fisch wert?

Kunstaustellung im Jahr 2000: https://mumbrella.com.au/stop-justifying-why-no-ones-looking-at-your-ads-511559, Bild von Goldfischen im Mixer: https://mumbrella.com.au/wp-content/uploads/2018/04/goldfish-blender-768x432.jpeg - Ein Knopfdruck schaltet den Mixer an. Der Fisch stirbt einen schnellen Tod, hat weniger Leiden als beim regulären Fischfang (mit Netz oder Haken). Was sind deine Gefühle dabei?

Laut Gerichtsurteil stellt das eine humane Form des Tötens dieser Tiere dar. Was sagt dies über den Wert aus, den wir den Fischen zuschreiben?

Fragen zum Fisch

Zum Thema Meeresschutz drei Fragen:

  1. Ausgewogene Ernährung: Ist Fisch in Deutschland notwendig für eine gesunde Ernährung?
    -> Fisch ist bei uns in Deutschland derzeit zwar ein Grundnahrungsmittel (https://de.wikipedia.org/wiki/Grundnahrungsmittel). Grundnahrungsmittel sind aber kulturell bedingt und dies sagt wenig darüber aus, ob das jeweilige Produkt auch tatsächlich nötig ist. Wir haben hierzulande Zugang zu einer großen Bandbreite an Nahrungsmitteln, die uns sowohl satt machen, als auch alle notwendigen Nährstoffe zur Verfügung stellen. Der Ratschlag Fisch ganz bewusst als „Delikatesse“ zu konsumieren richtet sich gezielt an Menschen, für die der gewohnte Genuss sehr wichtig ist, so dass Alternativen zum Fisch keine Option sind. Abgesehen davon ist Fisch für eine ausgewogene Ernährung nicht notwendig. In beiden Fällen ("Fisch als seltener Genuss" und "kein Fisch") sollte darauf geachtet werden, die Empfehlungen der großen Ernährungsfachgesellschaften zu befolgen, damit die Nährstoffe, die ansonsten durch wöchentlichen Fischkonsum zugeführt werden, durch alternative Quellen ersetzt werden.
  2. Persönliche Möglichkeiten: "Ich möchte die Meeresökosysteme und Meeresbewohner möglichst wenig belasten... was kann ich persönlich tun?"
    -> Ein bewusster Verzicht auf Fisch und andere Meerestiere ist ein einfacher und schnell wirksamer Schritt, um die Meeresumwelt weniger zu belasten und die betroffenen Tiere zu schützen, indem sie am Leben bleiben dürfen. Das Gute dabei ist, dass sich dies - nach einer Phase der Gewohnheitsumstellung - im Alltag üblicherweise nicht als Verzicht empfunden wird.
    -> Alternativen zum Meeresfisch sind auch eine gute Möglichkeit nicht zum Mikroplastik-Eintrag in die Meere beizutragen, der zu einem großen Teil von Fischerei-Ausrüstung verursacht wird, siehe z. B. https://www.br.de/wissen/geisternetze-fischernetze-plastik-meer-gefahr-fuer-meerestiere-100.html, 2018. Die Lösung des im Artikel beschriebenen Problems wird - wenn genügend Menschen mitmachen - sehr einfach.
  3. Politik: In der Schlachtverordnung sind Ausnahmen von den ansonsten geltenden Vorschriften vom Tierschutz vorgesehen: eine individuelle Betäubung vor der Schlachtung ist für Fische nicht vorgeschrieben (siehe https://www.gesetze-im-internet.de/tierschlv_2013/BJNR298200012.html#BJNR298200012BJNG000400000 - § 1 (3) Punkt 4). Was ist davon zu halten?
    -> Hier sind gesetzliche Änderungen nötig. Natürlich stellt die riesige Menge an Fischen in einem großen Netz ein logistisches Problem dar, wenn jedes einzelne Tier - wie es sonst gesetzlich vorgeschrieben ist - betäubt werden müsste. Wir von der AG Tierethik sind der Meinung, dass die Konsequenz daraus nicht sein darf, dass es gar keine Betäubung gibt. Die Methoden müssen den ansonsten üblichen Anforderungen zum Tierschutz angepasst werden. Möglicherweise stellt sich dabei heraus, dass große Netze in der Praxis eine sehr ineffektive Methode ist und somit in deutlich kleinerem Maßstab zum Einsatz kommen werden. Kleine Fangmengen sind aufgrund der allgemeinen Überfischung ohnehin notwendig. Sicherlich gilt es auch hier zu differenzieren: zum Beispiel ob der Fischfang für den leicht verzichtbaren Konsum (wie z. B. für die Nachfrage in unseren Breiten) durchgeführt wird oder ob die Fische von und für Menschen in Gegenden gefangen werden, die keine anderen Nahrungsquellen zur Verfügung haben.

Fisch for Future

Wie kann die Zukunft des Fischkonsums aussehen? Hier einige Beispiele von Ideen, die entstehen, wenn man davon ausgeht, dass wir die Fischfangmenge tatsächlich reduzieren müssen:

  • "Wiener Startup - Veganer Lachs aus dem 3D-Drucker" (tagesschau.de, 16.03.2021)
    "Sieht aus wie Lachs, schmeckt wie Lachs - ist aber rein pflanzlich"
    Warum Lachs? -> weil er der meistgegesse Fisch der Welt ist. Alternativen dazu sind din Weg, diesen Konsum nachhaltig zu gestalten.
    Zitat: Volker Lammers ist am Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik tätig. Aus seiner Sicht hat der Wiener Druckerlachs durchaus Potential: "Wenn Sie mich das vielleicht vor fünf oder zehn Jahren gefragt hätten, dann hätte ich gesagt, hmm, es ist wirklich nur eine kleine Nische." Damals seien die Produkte auch nicht so gut gewesen, sagt er. "Aber mittlerweile hat sich auch meine persönliche Meinung dazu geändert und ich sehe sogar die Notwendigkeit, dass wir mehr in diesem Bereich machen und diese Produkte noch besser machen."
  • "Fisch vom Feld" - Gewohnte Fischformate wie Fischstäbchen auf pflanzlicher Basis. Webseite.

Fisch-Kommunikation

Die Meere sind überfischt. Lösungen sind erforderlich.

Welche Botschaften werden derzeit gesendet?

1. Keine nennenswerte Konsumänderung nötig; aktuelle Fang-Menge sei nachhaltig möglich, man muss nur richtig auswählen (eine Fischart weniger, dafür eine andere mehr); Fische als Ressource (DGE, https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/fachinformationen/oekologisch-vertraeglicher-fischverzehr/, 2007)

2. Fisch als Delikatesse (Vorteile: ..., Nachteile: ...)

3. Fisch vom Speiseplan streichen (durch Alternativen ersetzen) (Vorteil: ..., Nachteil(?): Fischindustrie fühlt sich angegriffen)

Wenn Umwelt, Tierwohl und Machbarkeit kombiniert werden sollen, dann empfiehlt sich die Variante 3 in der Kommunikation an interessierte Bürger:innen.

Impuls:

  • Die Idee den Fisch zu schützen, indem er nicht gefangen und später gegessen wird, ist nicht neu. Ein Beispiel aus der Pop-Kultur: der fiktive Film Carnage (https://en.wikipedia.org/wiki/Carnage_(2017_film)) blickt aus dem Jahr 2067 zurück auf die heutige Zeit.
    - 20:45 min: "Hugh convinced Britain to stop eating cod [Kabeljau] and start eating mackerel [Makrele]. [...] Shortly after mackerel became overfished. [...] From where we stand now, it seems obvious that to promote the preservation of fish you could have told people to stop eating fish. But instead he wrote a book about how to cook fish."
    - 22:30 min: Meat-free Monday by Paul McCartney

Fisch-Siegel

...im Aufbau...

Wenn von Tierwohl abgesehen wird und der Aspekt Nachhaltigkeit separat betrachtet wird, dann sind die heutigen Fisch-Siegel dazu da, um dem Verbraucher in diesem Aspekt eine Orientierung zu bieten. Leider sind gerade die Siegel, die es häufig im Laden gibt, Stand April 2021 als schlecht bewertet:

"Vermeidung first" / "Fisch-Verzicht first": Insgesamt sollten selbst die seltenen guten Nachhaltigkeitssiegel für Fische nicht als Einladung zu deren Kauf interpretiert werden; denn in den meisten Fällen hierzulande lässt sich eine passende Alternative zum Konsum von Fisch finden (wenn danach gesucht wird).

März - April 2021

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