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Kreisgruppe Bergstraße

Gartenschläfer werden munter – Naturschutz und Forschung starten Spurensuche 2020

02. April 2020

Seit 2019 wird erforscht, warum die kleine Schlafmaus mit der typischen „Zorro-Maske“ vielerorts in Deutschland und Europa in dramatisch kurzer Zeit verschwunden ist. Wer einen Gartenschläfer gesehen oder gehört hat, kann direkt mithelfen.

Gartenschläfer sind Allesfresser. Sie fressen Früchte, Samen und Knospen, aber auch Insekten, Spinnen, Würmer, Schnecken und Eier  (Dietmar Nill)

Wenn die Gartenschläfer in diesen Wochen ihren Winterschlaf beenden, stehen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wieder bereit: Seit 2019 erforschen sie, warum die kleine Schlafmaus mit der typischen „Zorro-Maske“ vielerorts in Deutschland und Europa in dramatisch kurzer Zeit verschwunden ist. Ihr Ziel: Den Gartenschläfer als heimische Tierart in Deutschland vor dem Aussterben zu bewahren. Unterstützen können alle, die einen Gartenschläfer gesehen haben, indem sie ihren Hinweis auf www.gartenschlaefer.de eintragen. Gefördert wird das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.

Erste Geheimnisse konnten die Naturschützer*innen und Forscher*innen mit ihrer Spurensuche bereits lüften. Allein in Hessen sind bereits 453 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, die während des Winterschlafs der Tiere ausgewertet wurden. Die regionalen Unterschiede fielen besonders auf: „Während wir aus Wiesbaden, dem Main-Taunus-Kreis und dem Kreis Groß-Gerau sehr viele Hinweise bekamen, erreichten uns aus Mittelhessen, der Bergstraße und dem Odenwald so gut wie keine Meldungen“, erklärt Susanne Schneider, Projektkoordinatorin beim BUND Hessen. „Dass die Unterschiede so deutlich sind, beunruhigt uns. Denn es scheint, dass der Gartenschläfer in vielen seiner ursprünglichen Verbreitungsgebiete verschwunden ist.“

Auch in diesem Jahr soll deshalb weiter geforscht und die „weißen Flecken“ auf der Verbreitungskarte geschlossen werden. Wer einen Gartenschläfer gesehen oder gehört hat, kann direkt mithelfen: Melden Sie Ihren Hinweis auf www.gartenschlaefer.de, gerne mit Foto oder Audioaufnahme. Denn nicht nur die Gesichtszeichnung mit den dunklen Ringen um die Augen ist beim Gartenschläfer unverkennbar, sondern auch seine Stimme – nachzuhören auf www.gartenschlaefer.de/geraeusche.

Obwohl der Gartenschläfer eine heimische Tierart ist, gibt es zu ihm und dem dramatischen Rückgang seiner Bestände noch viele offene Fragen: Auf welche Lebensräume ist er angewiesen? Gibt es Krankheiten, die ihm zusetzen? Wie steht es um das Nahrungsangebot? Und vieles mehr. „Da wir die Tierart vor dem Aussterben bewahren wollen, müssen wir Antworten finden und ein wirkungsvolles Schutzkonzept entwickeln und umsetzen“, so Schneider. „Das ist ebenso Teil unserer Spurensuche.“

 

Weitere Informationen:

sowie

 

Kontakt:

BUND Hessen: Susanne Schneider, Managerin Naturschutzprojekte, Tel.: 069 - 677 376 16, E-Mail: susanne.schneider@bund-hessen.de

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