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Kreisgruppe Bergstraße

Erneuter Vorstoß in Sachen Interkommunales Gewerbegebiet - BUND wirft Gremien in Mörlenbach Missachtung des Bürgerwillens vor

25. Oktober 2018 | Flächenverbrauch, Landwirtschaft

Im jüngsten Bürgerentscheid wurde das interkommunale Gewerbegebiet abgelehnt. Diesen Bürgerwillen missachtet Mörlenbach, so der BUND, indem es die Pläne für genau dieses Gewerbegebiet vorantreibt.

Wo man heute noch fast täglich Rehe stehen sieht, sollen nach dem Willen der Gemeinde Mörlenbach künftig Gewerbehallen stehen

Nach Auffassung des BUND-Ortsverbandes Mörlenbach unternimmt man seitens der kommunalen Gremien in Mörlenbach derzeit den Versuch, eine Keimzelle zu schaffen, um möglichst bald das Interkommunale Gewerbegebiet doch noch zu realisieren. BUND-Ortsbeauftragter Herwig Winter: „Der Bürgerentscheid der Gemeinde Rimbach, in dem sich eine Mehrheit gegen das Interkommunale Gewerbegebiet ausgesprochen hatte, ist kaum ein halbes Jahr alt. Das ist eine eklatante Missachtung des Bürgerwillens. Wann endlich werden unsere Volksvertreter begreifen, dass die Menschen nicht immer mehr Beton und Asphalt in der Landschaft haben wollen?“

Die Fläche gegenüber den Einkaufsmärkten Edeka und ALDI, die mit Gewerbe überbaut werden soll, umfasst nahezu 5 ha und liegt laut Regionalplan Südhessen 2010 zum größten Teil innerhalb eines Vorranggebiets Regionaler Grünzug. Diese Planungsvorgabe wurde seitens der Regionalversammlung eigens dafür geschaffen, um zwischen den bebauten Ortslagen genügend Freiflächen zu sichern. Bautätigkeiten jeglicher Art sind hier nicht zulässig. Das Gleiche gilt für das Vorranggebiet für Landwirtschaft, das für die Planungsfläche ausgewiesen ist. Diese Planungsvorgabe wurde zum Schutz und zur dauerhaften Sicherung von ausreichend landwirtschaftlichen Nutzflächen insbesondere dort eingerichtet, wo eine hohe Bodenqualität gegeben ist. Herwig Winter: „Das alles aber scheint in Mörlenbach niemanden zu interessieren. Wie eh und je besteht der Fortschritt aus Beton und Asphalt.“

Beton kann man nicht essen und Asphalt nicht trinken

Der BUND weist deshalb erneut eindringlich darauf hin, dass landwirtschaftliche Nutzflächen eine endliche Ressource darstellen, die nicht nur die Ernährungsgrundlage für die Menschen in der Region gewährleistet, sondern darüber hinaus wichtige Funktionen für den Artenschutz ebenso wie den Klima- und Grundwasserschutz hat. Derzeit gehen in Hessen immer noch jeden Tag rund 3 ha Landwirtschaftsfläche durch Straßenbau sowie Wohn- und Gewerbegebietsentwicklung verloren. Herwig Winter: „So kann es nicht weitergehen, wenn unsere Gesellschaft eine Zukunft haben soll. Beton kann man nun einmal nicht essen und Asphalt nicht trinken. Deshalb ist es unabdingbar, landwirtschaftliche Nutzflächen zu erhalten, zumal wenn es sich um Böden höchster Qualität handelt.“

Der BUND fordert eindringlich die Genehmigungsbehörden dazu auf, die durch die gemeindlichen Gremien in Mörlenbach vorgelegte Flächennutzungsplanänderung zur Entwicklung eines Bebauungsplans „Gewerbegebiet Nord“ abzulehnen. Gleichzeitig sichert der BUND all den Kräften in Mörlenbach seine Unterstützung zu, die zum Widerstand gegen diese Planung aufrufen mit der Absicht, einen Bürgerentscheid wie in Rimbach herbeizuführen. Verbunden damit ist seitens des BUND die Hoffnung, dass die betroffenen Eigentümer ihre Grundstücke nicht für die geplante Landschaftszerstörung zur Verfügung stellen.

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