BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Zerstörter Habichthorst bei Bonsweiher

Hintergrundinformationen zum Streit um die Ursachen für das Loch in einem Habichthorst bei Bonsweiher

Ein Loch in einem Habichthorst

Anfang April 2017 hat Peter Schabel, Vogelschutzbeauftragter der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, ein Loch in einem Horst bei Bonsweiher festgestellt. Ein Habichtpaar war zuvor von Peter Schabel dabei beobachtet worden, wie es den alten Horst gerade wieder neu aufzubauen begann.

Peter Schabel erstattete daraufhin Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt, der er Beweismaterial beifügte mit einer Reihe von Fotos, u.a. aufgenommen von einem von ihm und dem BUND beauftragten Baumkletterer.

Der BUND-Ortsverband Mörlenbach gab in diesem Zusammenhang eine Pressemitteilung heraus, in der die Auffassung vertreten wurde, dass das Loch durch einen Schuss verursacht worden ist.

Begutachtung und Spekulationen über die Ursachen

In einer ersten Reaktion des Jagdklubs St. Hubertus wurde, noch bevor bei einem gemeinsamen Ortstermin mit uns ein vom Jagdklub organisierter Baumkletterer den Horst aus der Nähe begutachtet und Fotos angefertigt hatte, dem widersprochen und als Ursache allerlei Spekulationen ins Feld geführt, wie z.B. ein von oben herabgefallener Ast oder ein Waschbär, der sich von unten durch den Horst gegraben haben könnte, um an das Gelege zu gelangen.

Diese Spekulationen wurden zwischenzeitlich vom Jagdklub in einer Presseerklärung selbst widerrufen, stattdessen aber eine neue, ebenso unhaltbare Theorie aufgestellt: Ein im letzten Jahr dort brütender Uhu habe das Loch hinterlassen.

Der BUND hat in einer öffentlichen Stellungnahme dazu klargelegt, dass Vogelschutzbeauftragter Peter Schabel den Horst seit 20 Jahren kontrolliert und dort nie ein Uhu gebrütet hat.

Ehrabschneidende Vorwürfe in Leserbriefen

Unabhängig von den Presseartikeln kam es zu zwei Leserbriefen von Jägern aus der Region in der Odenwälder Zeitung, in denen Peter Schabel in übelster Manier angegriffen und mit ungerechtfertigten Vorwürfen und Unterstellungen konfrontiert wurde. Ein Vorfall aus dem Jahr 2005 wurde wahrheitswidrig und für Schabel ehrabschneidend dargestellt. Damals hatte der Vogelschutzbeauftrage unter Reisig versteckt Kadaverreste eines Habichts und einer Waldohreule gefunden und dies zur Anzeige gebracht.

In den Leserbriefen der Jäger wird Peter Schabel unterstellt, er habe - wie beim Loch im Habichthorst auch - damals die Jägerschaft der Tat bezichtigt. Dass dies nicht stimmt, ergibt sich aus Schabels Anzeige von 2017 und der Presseerklärung von 2005.

Ehrabschneidend wird die Behauptung aufgestellt, Herr Schabel habe in Unkenntnis von Resten eines Habichtkadavers gesprochen, der sich in Wirklichkeit als der Kadaver einer Waldohreule herausstellte. Dass dies nicht stimmt, ergibt sich aus der Zusammenstellung der Ereignisse von 2005. Damals wurde auch von Seiten der Jägerschaft nach anfänglichen Auseinandersetzungen aufgrund eines Gutachtens der staatlichen Vogelschutzwarte festgestellt, dass Kadaverreste beider Vogelarten vorlagen und Schabels Fachkenntnis nicht in Zweifel zu ziehen ist.

Die Vorwürfe in einem der Leserbriefe gipfeln in der ungeheuerlichen Unterstellung, Herr Schabel habe bei seiner Strafanzeige wegen des vermutlich ausgeschossenen Habichthorsts bei Bonsweiher Fotos von zwei verschiedenen Horsten verwendet und somit gefälschte Beweismittel vorgelegt. Der Leserbriefschreiber war offenbar nicht in der Lage zu erkennen, dass es sich bei den beiden Fotos nur um unterschiedliche Perspektiven ein und desselben Horsts handelt.

Rückkehr zur Normalität ist nötig

Der BUND hofft und erwartet, dass mit der Offenlage dieser Informationen eine Rückkehr zu einer sachlichen Diskussion möglich ist. Da die Diskussion öffentlich stattgefunden hat, wird es jedoch nötig sein, ungerechtfertigte Vorwürfe ebenso öffentlich zurückzunehmen.

Quelle: http://www.bund-bergstrasse.de/ueber_uns/bund_vor_ort/moerlenbach/zerstoerter_habichthorst/