BUND-Aktive in Birkenau

In Birkenau setzen sich BUND-Aktive für die Rettung des Wachenbergs ein: Die Porphyrwerke Schriesheim-Weinheim (PWS) wollen den Steinbruch in der Nähe der Weinheimer Wachenburg erweitern. Dadurch würde der Wachenberg seinen Gipfel verlieren, benachbarte Waldbiotope zerstört und das Landschaftsbild massiv beeinträchtigt. Bisher waren wir erfolgreich und konnten den Ausbau verhindern.

Ein zweiter Schwerpunkt der Aktiven ist der Birkenauer Agenda 21-Prozess, vor allem der Arbeitskreis "Landwirtschaft, Kulturlandschaft und Naturschutz". Gemeinsam mit Landwirten, Naturschutzverbänden und interessierten Bürgern haben wir uns besonders mit dem neuen Flächennutzungsplan für Birkenau beschäftigt und dafür Leitlinien erarbeitet.

Im Sommer 2014 konnte das Schwalbenhaus an der Sonnenuhrenschule errichtet werden. Viele Naturschützer und Sponsoren unterstützten das Projekt.

Vortrag "Bienen, unsere fleißigen Helfer in Gefahr" in Birkenau

Die Zuhörer waren hingerissen und beeindruckt von den Ausführungen des Imkers Uwe Walther im alten Rathaus in Birkenau. In Deutschland seien im letzten Winter etwa 30 % der Bienenvölker eingegangen. Die Chemie-Industrie lasse verlauten, Schuld sei die Varroha-Milbe. Das sei aber nur die halbe Wahrheit, meint Uwe Walther. Die Bienenvölker seien heutzutage durch Umweltgifte so geschwächt, dass viele den Winter nicht mehr überstehen. Auch in früheren Jahren habe es die Milbe gegeben, aber viel mehr Bienenvölker hätten überlebt. Besonders schädlich für Insekten seien Glyphosate, unter dem Namen Round-Up bekannt, und Neonicotinoide. Solche Gifte müssten sofort aus dem Handel gezogen werden.


Frage aus dem Publikum: Und wenn auf dem Pflanzenschutzmittel steht: “unschädlich für Bienen”? Die Antwort des Imkers: Sehen Sie, die Prüfung wird von der Chemie-Industrie durchgeführt und die Prüfvorschriften sind mehr als fraglich. Was würden sie sagen, wenn ein Gift als “unschädlich für Kühe” eingestuft würde, weil von 100 Kühen nach einem Tag auf einer gespritzten Weide weniger als 49 Kühe gestorben sind? So ähnlich würden Gifte bei Bienen getestet.


Weitreichende Folgen

 

Ohne Bienen und andere bestäubende Insekten gäbe es keine Erdbeeren, keine Tomaten, keine Äpfel, keine Möhren usw. Ja, auch keine Möhren, denn die Samen, die im Geschäft gekauft werden, wurden natürlich durch Insekten bestäubt. Ohne Bienen könnten ein- und zweijährige Pflanzen nicht lange überleben, aber auch nicht die Insekten die von diesen Pflanzen leben und auch nicht die Vögel, die von diesen Insekten leben. Wenn Eiweiß liefernde Pflanzen ausfallen, kann Vieh nicht mehr richtig ernährt werden und es gäbe nicht mehr ausreichend Fleisch für unsere Ernährung. Vieles in unserem Leben hänge also von Vorhandensein bestäubender Insekten ab.


In China gäbe es eine Region, in der seit langem Birnbäume mit besonders schmackhaften Früchten kultiviert werden. Die Bauern sind verzweifelt weil es keine Früchte mehr gibt. Durch Umweltgifte sind alle bestäubenden Insekten ausgestorben und es gibt keine Früchte mehr. Die Regierung habe eine Methode empfohlen, bei der die Bauern auf die Bäume steigen sollen und die Blüten von Hand bestäuben. Soll das die Zukunft des Obstbaus sein?


Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika sind bestäubende Insekten in großen Teilen faktisch ausgestorben. Deshalb würden nun Bienenvölker in riesigen Lastwagen aus Kanada zum richtigen Zeitpunkt in die Obstbaugebiete gefahren um für Bestäubung zu sorgen, natürlich gegen Geld. Damit die gestressten Bienenvölker dies überleben, werden sie mit Antibiotika behandelt.


Honig ist weitgehend unbelastet

 

Honig und Honigpollen sind seit alters her als Heilmittel bekannt. Im alten Ägypten war Honig wertvoller als Gold. Heute, nachdem viele Antibiotika ihre Wirkung verloren haben, besinnt man sich als letztes Mittel wieder auf Honigpflaster zur Wundbehandlung. “Ist Honig heute nicht mit Umweltgiften belastet?”, wollte ein Zuhörer wissen. “Nein, Honig ist relativ unbelastet, denn die Bienen opfern sich sozusagen für uns auf, indem sie den Honig vorverdauen und die Gifte abbauen. In Pollen können allerdings Umweltgifte vorkommen” war die Antwort.


In Sibirien habe sich eine Volkgruppe fast ausschließlich von Honig und Pollen ernährt und die Leute seien sehr alt geworden. Honig und Pollen seien also auch ein preisgünstiges Mittel um ein hohes Alter zu erreichen.


Um bestäubenden Insekten eine Überlebensschance zu geben empfiehlt Walther den Anbau von Pflanzen, die als Bienenweide geeignet sind. Tödlich seien Pflanzengifte und Monokulturen, insbesondere von Mais. Heute gäbe es Mischungen von blühenden Pflanzen, die anstelle von Energie-Mais angebaut werden können. Am Ende des Vortrags verteilte Walther Samentüten, zum Aussäen im Garten und auf Grünflächen, für eine blühende Zukunft.


Willy Welti, der den Vortrag organisiert hatte, übergab dem Referenten als Dank einen Anteilschein am Grünen Band im Wert von 100.- EUR. Das Grüne Band entlang der ehemaligen Zonengrenze sei ein Naturschutzprojekt, das bestäubenden Insekten Lebensraum biete zu deren Verbreitung beitrage.

Langenbergschüler helfen beim Tierschutz

Schwalben gehören zum Ortsbild von Birkenau. Da die Schwalben in der Gemeinde Birkenau in den letzten Jahren immer weniger wurden, hat der Gemeinderat beschlossen zwei Schwalbenhäuser aufzustellen. Die Langenbergschule hat ihre Mithilfe angeboten. Um auch jüngeren Schülern Gelegenheit zu geben im Vogelschutz aktiv mitzuwirken, hat der BUND der Tier-Arbeitsgemeinschaft fünf Nistkasten-Bausätze geschenkt. Die Schüler wollen die Kästen mit Hilfe der Lehrer zusammenbauen und im nahegelegenen Obstgarten aufhängen. Über die Beobachtungen soll dann ein Naturtagebuch geführt werden. Außerdem wollen die Schüler die noch vorhandenen Schwalbennester in Birkenau zählen. Hinweise aus der Bevölkerung sind dabei willkommen.

Botanischer Frühlingsspaziergang im Mai 2013

Etwa 30 Naturfreunde nahmen an dem vom BUND Birkenau veranstalteten Spaziergang teil.

Die Erläuterungen des Pflanzenkenners Enno Schubert versetzten die Zuhörer immer wieder ins Staunen. Ein Schwerpunkt legte er auf die Familie der Hahnenfußgewächse. Von den weltweit etwa 4000 Arten sind im Bereich Odenwald und Bergstraße etwa 12 Arten vertreten. Die Hahnfußgewächse zählen zu den ältesten Familien der Blütenpflanzen. Sie gingen in der Kreidezeit vor etwa 300 Millionen Jahren aus den Koniferen hervor und haben noch freie, nicht verwachsene Kelch- und Blütenblätter. Die bekannten Hahnenfußarten mit den sattgelben Blüten, im Volksmund „Butterblumen“ genannt, enthalten, wie auch die meisten anderen Arten, einen scharf schmeckenden Stoff, das Ranunculin, das sich bei Beschädigung der Zellen in einen giftigen Stoff verwandelt. Damit schützen sich die Pflanzen vor Fraßfeinden. Auch Rinder und Pferde meiden diese Pflanzen. Da sich das Gift beim Trocknen aber in einen ungiftigen Stoff verwandelt, kann das Heu bedenkenlos verfüttert werden. Zu den Hahnenfußgewächsen gehören auch andere bekannte Arten wie das Buschwindröschen, das Scharbockskraut, dessen Blätter früher gegen Skorbut verwendet wurden, die Sumpfdotterblume und die Waldrebe. Auch viele andere interessante Pflanzen fanden sich auf dem Weg zum Lustbrunnen und immer wusste Enno Schubert dazu was interessantes zu erzählen. So war zu erfahren, dass die hochgiftigen Blätter der Herbstzeitlosen leider immer wieder mit Bärlauch verwechselt werden, was in Deutschland jedes Jahr zu einigen Todesfällen führt. Auf der Nächstenbacherwiese bühten die Knabenkraut-Orchideen. Die selten gewordenen Bläulinge und sogar ein Schwalbenschwanz-Schmetterling flogen über die Wiese. Ein Teilnehmer fand einen eher unbekannten grüngelben Nachtfalter, die Buchen-Kahneule. So kamen auch Hobbyfotografen auf ihre Kosten.



Titelseite des Jahresberichtes 2015

Einblicke in die Arbeit des BUND, seine Einnahmen und Ausgaben, die Zahl seiner Mitglieder und Förderer – das alles und noch viel mehr finden Sie im

Jahresbericht 2015 (6,9 MB)

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