Plastik – ein Material mit Risiken und Nebenwirkungen

Der Dokumentarfilm des Österreichers Werner Boote macht deutlich, wie Plastikprodukte und Plastikmüll Mensch und Umwelt bedrohen. Er regt an, über den eigenen Umgang mit Kunststoffen nachzudenken.


Plastik ist Teil unseres Alltags, billig, praktisch und überall. In den Weltmeeren findet man inzwischen sechsmal mehr Plastik als Plankton und selbst in unserem Blut ist es nachweisbar. Weltweit werden jedes Jahr etwa 250 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt, dafür benötigt die Industrie mindestens die doppelte Menge an Erdöl. Mit 11,7 Millionen Tonnen Plastik ist Deutschland Europas Nummer 1 im Verbrauch. Ein Drittel davon dient als Verpackung und wird nach kurzer Gebrauchsdauer weggeworfen. Nur 42 Prozent des Plastikmülls werden recycelt.


Etwa sechseinhalb Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich in den Meeren. Das Material treibt dort sehr lange herum und erreicht die entlegensten Gebiete der Erde. Eine PET-Flasche zerfällt erst nach 450 Jahren, die Zersetzungszeit von Angelschnüren beträgt 600 Jahre. Im Nordpazifik gibt es einen Plastikstrudel, der seit 60 Jahren anwächst und inzwischen schätzungsweise doppelt so groß ist wie Texas.


Für viele Meerestiere wird Altplastik zur tödlichen Falle. Seevögel verwechseln es mit Nahrung und verhungern mit einem Magen voller Müll. Robben verheddern sich in umhertreibenden Plastikknäueln und strangulieren sich bei Befreiungsversuchen, Wale verenden an Plastikteilen in ihrem Magen. Weltweit sterben jährlich über 100.000 Meeressäuger und eine Million Seevögel an Altplastik. Mindestens 270 Tierarten im Meer und an Land sind durch Plastikmüll gefährdet.


Eine noch größere Gefahr geht von dem kaum sichtbaren Mikroplastik aus. Die winzigen Kunststoffteilchen stecken in vielen Kosmetika und Reinigungsmitteln. Kläranlagen können Mikroplastik derzeit noch nicht filtern, daher wird es über die Flüsse ins Meer gespült. Die Oberfläche der Plastikteilchen funktioniert zusätzlich wie ein Magnet für Umweltgifte. Meerestiere nehmen Mikroplastik und die angelagerten Giftstoffe mit der Nahrung auf, damit gelangt der Problemmüll in unsere Nahrungskette. Im Ärmelkanal wurden die Teilchen bereits in jedem dritten Fisch nachgewiesen.


Die gleichen Schadstoffe, die in Alltagsprodukten aus Plastik zum Einsatz kommen, konnten bei Untersuchungen im menschlichen Körper nachgewiesen werden. Besonders weitreichende Auswirkungen haben hormonell wirksame Substanzen wie Phthalate, die als Weichmacher eingesetzt werden, und Bisphenol A. Sie greifen schon bei extrem geringen Dosen in das fein ausbalancierte Hormonsystem ein, das alle Stoffwechselvorgänge des Körpers steuert. Das ist besonders für Kinder gefährlich.

 

Wir zeigen den Film gemeinsam mit dem Soroptimist International Club Bensheim/Heppenheim am 3. Juli um 11.00 Uhr im Saalbau-Kino Heppenheim. Im Foyer halten wir Informationsmaterial bereit.

 

Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren ist der Eintritt frei.

 

BUND-Fakten Plastikmüll

Vorspann zum Film

BUND-Müllkampagne "Meer ohne Plastik"

BUND-Hintergrund: Schadstoffe in Alltagsprodukten - Auskunftsrecht nutzen

BUND-Broschüre "Achtung Plastik"

BUND-Tipps fürs Plastikfasten

BUND-Broschüre "Gefährliche Lieblinge" über die Chemikalienbelastung von Spielsachen aus Plastik und Plüsch

Broschüre der BUNDjugend "Gib acht" über Gefahren von Chemikalien

BUND-Flyer "Mikroplastik - die unsichtbare Gefahr"

BUND-Einkaufsratgeber "Mikroplastik - die unsichtbare Gefahr"



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