Streuobstwiesen, die traditionelle extensive Form des Obstbaus, sind Teil unserer Kulturlandschaft und zählen in Hessen zu den gesetzlich geschützten Biotopen. Auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands sind sie als „stark gefährdet“ eingestuft. Die alten,meist regionaltypischen Obstsorten wachsen auf Hoch- oder Halbstämmen mit weiträumigem Pflanzabstand.
Charakteristisch ist der Verzicht auf synthetische Behandlungsmittel. Da die Früchte lange reifen können, sind sie reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Streuobstwiesen beherbergen zwischen 2.000 und 5.000 Tierarten. Sie wirken sich positiv auf den Naturhaushalt aus, denn sie befeuchten und kühlen die Luft, bremsen Windböen und filtern Partikel aus. Ihre Bewirtschaftung schont Boden und Wasser.
Einsätze im Frühjahr, Sommer und Herbst
Die Bäume der Streuobstwiesen in Bensheim und Lorsch werden im Frühjahr geschnitten. Der regelmäßige Rückschnitt fördert das gesunde Wachstum und die Entwicklung von stabilen, gut belichteten Kronen. Im Frühsommer steht die Mahd des Unterwuchses an. Sie wirkt sich positiv auf die Artenvielfalt der Wiese aus. Zum Beispiel wird dadurch die Kanadische Goldrute bekämpft, die einheimische Wildgräser verdrängt. Im Herbst darf schließlich geerntet werden.
Für alle, die gerne draußen arbeiten: Wir freuen uns immer über Helfer. Bei der Ernte können Sie einen Obstvorrat mit nach Hause nehmen.