Nahe bei der Weinheimer Wachenburg betreiben die Porphyrwerke Schriesheim-Weinheim (PWS) einen Steinbruch. Im Jahr 2005 hat das Unternehmen eine Erweiterung des Steinbruchs beantragt.
Die Erweiterung - offiziell wird verharmlosend von einer "Hangsicherungsmaßnahme" gesprochen - würde die geschützten Waldbiotope auf der Kuppe und auf dem Hang gefährden oder zerstören. In dem Eichentrockenwald, der als FFH- und Vogelschutzgebiet ausgewiesen ist, leben viele seltene Pflanzen- und Tierarten wie Hirschkäfer, Mittelspecht, Zwergfledermaus und Bechsteinfledermaus.
Wie stark auch das Landschaftsbild betroffen wäre, zeigt die Tatsache, dass die Erweiterung den Abbau von 4,8 Millionen Kubikmetern Gestein über mehrere Jahrzehnte umfasst. Somit würde der Wachenberg seinen Gipfel verlieren.
Rund um den Wachenberg haben sich viele Menschen in der Bürgerinitiative "Rettet den Wahenberg" zusammengefunden. Die vielfältigen Aktionen haben bisher verhindern können, dass die Erweiterung unter dem Deckmantel der Hangsicherung klammheimlich genehmigt wird.
Arbeit der Bürgerinitiative zeigt Erfolge
Die Stadt Weinheim hat (mit Unterstützung aller Parteien Weinheims) der Planung der Porphyrwerke das Einvernehmen versagt. Nur deshalb – und nicht wegen der vielen Einsprüche der Betroffenen – hat das Landratsamt Heidelberg das Vorhaben abgelehnt. Die Porphyrwerke und der Eigentümer des Geländes (Gemeinde Hirschberg) sind daraufhin gegen diese Entscheidung vorgegangen, waren aber erfolglos. Die übergeordnete Behörde hat die Entscheidung des Landratsamts bestätigt und das fehlende Einvernehmen des Stadt Weinheim nicht ersetzt.
Im neuen Flächennutzungsplan für den Wachenberg ist die Kuppe als Waldgebiet festgelegt. Die Metropolregion Rhein-Neckar hat mündlich bestätigt, dass dies dem Regionalplan nicht widerspricht.
Für die Überwachung des Steinbruchbetriebs am Wachenberg ist das Landratsamt Heidelberg zuständig. Da im Steinbruch immer noch gesprengt wurde, obwohl die genehmigten Grenzen bereits erreicht und teilweise überschritten sind, hat die Bürgerinitiative im Dezember 2008 beim Regierungspräsidium Karlsruhe eine Fachaufsichtsbeschwerde eingereicht. Die Beschwerde wird derzeit bearbeitet; die Entscheidung wird im Januar 2009 erwartet.
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