6. Oktober 2016

Zumutung für die Menschen im Weiherer Tal - BUND fordert Schließung des Steinbruchs in Mackenheim

Die Wunde, die der Steinbruch Mackenheim der Natur zugefügt hat, ist schon heute gewaltig.

Nach Auffassung des BUND-Ortsverbandes Mörlenbach ist es an der Zeit, den Steinbruch der Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim (PWS) in Mackenheim zu schließen. BUND-Ortsbeauftragter Herwig Winter: „Die Ankündigung des PWS-Vorstands Peter Dickmeis, den Steinbruch mit einer Erweiterung auf Mörlenbacher Gemarkung weitere 30 Jahre lang betreiben zu wollen, stellt eine bodenlose Unverschämtheit dar und ist eine schallende Ohrfeige ins Gesicht all der Menschen, die auf ein Ende der dauernden Belastung durch Staub, Lärm und Erschütterung sowie zunehmenden Schwerlastverkehr gehofft hatten.“
Zukunftsfähig im Sinne der Nachhaltigkeit sind nach Auffassung des BUND Steinbrüche ebenso wenig wie Kiesgruben, denn sie tragen in doppelter Hinsicht zur Vernichtung der für alle Menschen überlebenswichtigen Ressource Boden bei. Zum einen reißen sie kaum mehr heilende Wunden in die Landschaft, zum anderen wird mit dem gewonnenen Gesteinsmaterial zunehmend Fläche versiegelt und damit auf Dauer zerstört. Diese Entwicklung, die vor allem auch zu Lasten künftiger Generationen geht, muss so rasch wie möglich beendet werden.
Stattdessen planen die PWS auf der bereits ausgebeuteten Steinbruchfläche den weiteren Abbau um 60 Meter in die Tiefe zu treiben und nehmen damit die Gefährdung der Trinkwasserbrunnen im Weiherer Tal in Kauf. Zusätzliche Gefahr bedeutet das aber auch für die Bachläufe, die durch vermehrten Eintrag von Schlämmen und gelösten Stoffen des aus dem vertieften Abbaugebiet gepumpten Wassers bedroht sind. Herwig Winter: „Die Bachläufe im Umfeld des Steinbruchs genießen den strengen Schutz des europäischen Naturschutzrechts unter anderem deshalb, weil es hier eines der letzten Vorkommen des Steinkrebses in Hessen gibt. Alleine von daher muss endlich einmal ein Schlussstrich gezogen werden. Die PWS können nicht alle 10 bis 15 Jahre kommen und die nächste Erweiterung durchsetzen. Durchsetzen müssen sich vielmehr die Politiker in den Kommunen, die ein Ende des Steinbruchbetriebs zum Schutz ihrer Bevölkerung und der Natur wünschen.“
Die Zerstörung vormals intakter Landschaft durch den Steinbruch ist schon heute gewaltig. Es wäre nach Auffassung des BUND fatal, wenn in Zukunft auch noch eine Ausdehnung in Richtung Vöckelsbach stattfinden würde. Der Wald, der sich an dieser Stelle befindet, ist nicht zuletzt aus Gründen des Artenschutzes erhaltenswert, denn er beherbergt eine Reihe seltener Tierarten. Der BUND hofft deshalb darauf, dass die Eigentümer, die den PWS eine Erweiterung in Richtung Vöckelsbach verwehren, sich weiterhin standhaft zeigen und das Gelände nicht verkaufen. Die Kommunalpolitiker in Mörlenbach fordert der BUND auf, standhaft zu bleiben und ihren Einfluss geltend zu machen, damit einer Erweiterung des Steinbruchs in Richtung Vöckelsbach schon jetzt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegengearbeitet wird.




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