22. März 2018

Juristisches Nachspiel um das Loch im Habichthorst - BUND: Schuss der Jäger ging nach hinten los

Das Loch im Habichthorst im Mörlenbacher Kommunalwald wurde nach Ansicht des BUND eindeutig von einem Geschoss verursacht. Foto: P. Schabel

Das Loch im Habichthorst im Mörlenbacher Kommunalwald wurde nach Ansicht des BUND eindeutig von einem Geschoss verursacht. Foto: P. Schabel

Der BUND-Ortsverband Mörlenbach nimmt mit Befriedigung die Einstellung des Ermittlungsverfahrens in Sachen Strafanzeige zweier Jäger gegen seinen Ortsbeauftragten und den Vogelschutzbeauftragten der Staatlichen Vogelschutzwarte zur Kenntnis. „Die Jäger haben sich mit ihrer Strafanzeige gegen uns lächerlich gemacht. Der von ihnen beauftragte Rechtsanwalt hätte es eigentlich besser wissen und sie von dieser unsinnigen Aktion abhalten können“, stellt BUND-Ortsbeauftragter Herwig Winter fest.
Was war vorgefallen? Vor fast einem Jahr hatte der BUND-Ortsverband Mörlenbach gemeinsam mit dem Vogelschutzbeauftragten der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland einen offensichtlich ausgeschossenen Habichthorst bei Bonsweiher zur Anzeige gebracht. Bei einem Ortstermin zusammen mit dem Vorsitzenden des Jagdklubs St. Hubertus und einer Reihe örtlicher Jäger sowie dem Kreisjagdberater und einer Vertreterin des Forstamts Lampertheim konnten die Jagdberechtigten glaubhaft machen, dass keiner von ihnen auf den Horst geschossen hatte. Darüber hinaus wurde seitens der Jägerschaft bestritten, dass es sich überhaupt um einen Schuss gehandelt habe, der das Loch im Horst verursacht habe. Der zuständige Jagdpächter ging dann in der Folge sogar so weit, dass er gemeinsam mit einem Jagdgenossen Strafanzeige gegen den BUND-Ortsbeauftragten und den Vogelschutzbeauftragten erstattete wegen falscher Verdächtigung, übler Nachrede und Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Herwig Winter: „Dieser Schuss der Jäger ging eindeutig nach hinten los. Mittlerweile hat die zuständige Staatsanwaltschaft Darmstadt das Ermittlungsverfahren eingestellt mit dem Hinweis, dass die Anschuldigungen sämtlich völlig haltlos sind.“

Offensichtlich ein Wilderer

Vogelschutzbeauftragter Peter Schabel: „Ich hatte den Jägern von Anfang an meine Anzeige gegen Unbekannt zur Verfügung gestellt. Doch obwohl ich zu keinem Zeitpunkt Verdächtigungen oder Beschuldigungen gegen einzelne Jäger oder die Jägerschaft insgesamt ausgesprochen hatte, haben die Herren Amend und Prechtl gegenüber der Staatsanwaltschaft in ihrer Anzeige gegen mich genau das Gegenteil und somit die Unwahrheit behauptet.“ Schabel prüft nun seinerseits, ob er gegen die falschen Anschuldigungen juristisch vorgehen wird.
Herwig Winter: „Es ist bedauerlich, dass die Jäger die Konfrontation suchten statt einer Zusammenarbeit mit uns. Denn ganz offensichtlich haben sie ein Problem mit einem Wilderer in ihrem Revier.“ Stattdessen waren seitens der Jäger eine Reihe von Spekulationen und Erklärungstheorien ins Spiel gebracht worden. Ein herabgefallener Ast oder ein Waschbär oder Marder und letztlich sogar ein Uhu könnten für das Loch im Horst verantwortlich sein. Herwig Winter: „Es wäre besser gewesen, mit uns gemeinsam nach dem Verantwortlichen für den Schuss auf den Horst zu suchen anstatt sich in Jägerlatein und haltlosen Anschuldigungen gegen uns zu ergehen.“

V.i.S.d.P.:
Herwig Winter, BUND-Ortsbeauftragter
Jungviehweide 23
69509 Mörlenbach




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