8. März 2018

Großartiger Erfolg dank unermüdlichen und unerschrockenen Engagements - BUND beglückwünscht BI gegen IKG und kritisiert Landrat Engelhardt

Die ursprünglich für das Interkommunale Gewerbegebiet geplante Fläche umfasst nicht nur beste landwirtschaftliche Böden, sondern ist auch für den Stopp des Artensterbens im Offenland unerlässlich. Foto: BUND

Der BUND-Kreisverband Bergstraße beglückwünscht die Vertreter der Bürgerinitiative gegen das Interkommunale Gewerbegebiet Weschnitztal zu dem großartigen Erfolg beim Bürgerentscheid gegen diese Planung. BUND-Kreisvorstandssprecher Herwig Winter: „Das ist der Lohn für unermüdliches, unerschrockenes und sehr fachkompetentes Engagement.“
Gleichzeitig übt der BUND scharfe Kritik an den Reaktionen, die der Entscheid bei führenden Kommunalpolitikern ausgelöst hat. Herwig Winter: „Wer wie Landrat Christian Engelhardt immer noch die Auffassung vertritt, wirtschaftlicher Fortschritt sei nur auf Kosten der Zerstörung von Natur und Landschaft möglich, sollte besser seinen Hut nehmen.“ Nach Auffassung des BUND hat eine Gesellschaft, die für ihren Fortschritt Tag für Tag Ackerflächen betonieren zu müssen glaubt, keine Zukunft. BUND-Kreisvorstandssprecher Gudio Carl: „Wovon sollen die Menschen in einer Region denn leben, wenn die Grundlage für ihre Nahrungsmittelproduktion nach und nach vernichtet wird? Schließlich ist auch die Landwirtschaft ein Wirtschaftszweig, der Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft und zur Wertschöpfung in der Region beiträgt.“ Es kommt hinzu, dass das von Politik und Gesellschaft beklagte Artensterben in erster Linie im Offenland stattfindet. Gestoppt werden kann es nur, wenn nicht immer mehr Offenland verloren geht.
In den Jahren 1992 bis 2012 hat die Landwirtschaftsfläche bundesweit um rund 860.000 ha abgenommen, was fast der gesamten Landwirtschaftsfläche Hessens entspricht, die rund 884.500 ha umfasst. Dadurch wurde die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten gerade auch aus Entwicklungsländern vergrößert und der Hunger dorthin exportiert. Die EU nutzt derzeit außerhalb Europas bereits rund 640 Mio. Hektar Land. Das ist eineinhalb Mal so viel wie die Landesfläche aller 28 Mitgliedsstaaten zusammen. Herwig Winter: „Statt nun in den Rathäusern des Weschnitztals über einem Plan B zu brüten, welche Alternativflächen man an Stelle des gescheiterten Interkommunalen Gewerbegebiets betonieren könnte, sollte man sich endlich Gedanken darüber machen, wie man wirtschaftlichen Fortschritt ohne ständig fortschreitende Vernichtung wertvoller Böden organisieren kann.“

V.i.S.d.P.:
Herwig Winter, BUND-Kreisvorstandssprecher
Jungviehweide 23
69509 Mörlenbach




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