20. Oktober 2016

Den Menschen im Weschnitztal nicht die Zukunft verbauen - BUND begrüßt Ausstieg des Lindenfelser Magistrats aus dem Interkommunalen Gewerbegebiet

Von: Herwig Winter

Interkommunales Gerwerbgebiet Weschnitztal (Fotomontage: BUND)

Auch wenn Kostengründe beim Ausstieg des Magistrats der Stadt Lindenfels im Vordergrund gestanden haben mögen, so hat nach Auffassung des BUND-Kreisverbandes Bergstraße möglicherweise bei dem einen oder anderen Magistratsmitglied doch auch das ökologische Gewissen den Ausschlag gegeben. BUND-Kreisvorstandssprecher Herwig Winter: „Wir begrüßen jedenfalls diese Entscheidung sehr, denn sie ist, davon sind wir fest überzeugt, der Anfang vom Ende einer Fehlplanung. Völlig zu Recht weist Bürgermeister Michael Helbig auf den Widerstand hin, den es gegen die Zerstörung von Landschaft allgemein sowie von mehr als 10 ha bester Ackerböden gibt. Nicht von ungefähr sind im Regionalplan für das Planungsgebiet Vorranggebiete Landwirtschaft und Regionaler Grünzug festgelegt. Für Bebauungsplanungen sind das absolute Tabuzonen.“

Alleine in Deutschland verschwindet derzeit täglich eine Fläche in der Größenordnung von rund 100 Fußballplätzen unter Beton und Asphalt. In der Regel gehen dabei landwirtschaftliche Nutzflächen verloren, denn Wald muss nach dem Waldgesetz flächengleich ersetzt werden. Damit werden immer mehr Flächen vernichtet, auf denen eigentlich Nahrungsmittel für die Menschen in der jeweiligen Region in ausreichendem Umfang und in guter Qualität erzeugt werden sollten. Herwig Winter: „Politiker, die diesen Trend einfach gedankenlos vorantreiben, setzen die Lebensgrundlagen vor allem auch künftiger Generationen aufs Spiel.“

Doch es geht dem BUND nicht alleine um die landwirtschaftliche Nutzfläche. Auch die biologische Vielfalt leidet darunter, dass immer mehr Flächen versiegelt werden. Der Rückgang der Vielfalt gerade der Tiere und Pflanzen der Feldflur ist ungebrochen. Dieser Trend muss nach Auffassung des BUND so schnell wie möglich beendet werden. Herwig Winter: „Eine ausgestorbene Tier- oder Pflanzenart ist unwiederbringlich verloren.“

Der Fortschrittsbericht 2016 der Hessischen Nachhaltigkeitsstrategie führt unmissverständlich aus, dass es gerade bei der Artenvielfalt im Agrarbereich erheblicher und zeitnaher Anstrengungen bedarf, um den Rückgang zu stoppen. Der Bericht macht auch deutlich, dass eine zunehmende Flächenversiegelung in direktem Zusammenhang steht mit dem Rückgang der biologischen Vielfalt. Nach Auffassung des BUND konterkariert die Planung des Interkommunalen Gewerbegebiets Weschnitztal die Nachhaltigkeitsstrategie der hessischen Landesregierung und sollte schon deshalb aufgegeben werden.




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