8. Februar 2010

Planfeststellung der B 38 a nicht mehr in diesem Jahr

Von: Herwig Winter

Der Branichtunnel im Rhein-Neckar-Kreis ist bereits seit zwei Jahren in der Bauphase, und mit seiner Fertigstellung kann innerhalb der nächsten Jahre gerechnet werden. Dieses zukunftsfähige Verkehrsprojekt zur Umgehung von Schriesheim ließe sich nach Auffassung des BUND-Ortsverbandes Mörlenbach in ganz ähnlicher Form auf Mörlenbach übertragen. Doch bei der B 38 a läuft den Planern die Zeit davon.

Nach einer Presseverlautbarung des Landtagsabgeordneten Peter Stephan sind zusätzliche Gutachten erforderlich. Der BUND sieht sich damit bestätigt in der Auffassung, die er in seiner Stellungnahme im Rahmen der B 38 a-Planung zu den Mängeln der Variante O2 zum Ausdruck gebracht hat. Beim BUND geht man davon aus, dass diese Untersuchungen zu den Natureingriffen, insbesondere was geschützte Arten anbelangt, über mindestens zwei Vegetationsperioden hin stattfinden müssen, um belastbares Datenmaterial zu liefern. Das bedeutet im Fall des Festhaltens an der Planung der Variante O2, dass es 2010 nicht mehr zur Planfeststellung kommen wird und, wenn nicht erneut unvollständige Daten vorgelegt werden sollen, frühestens Ende 2011 damit gerechnet werden kann.

Doch auch neue Untersuchungen werden das grundlegende Problem nicht lösen, das die Variante O2 mit sich bringt. Das Problem besteht darin, dass diese Variante mit massiven Natureingriffen verbunden ist, die mit dem europäischen, deutschen und hessischen Naturschutzrecht nicht vereinbar sind. Daran ändert auch der kurze Tunnelabschnitt im Bereich des Tannenbuckels nichts, der eher den Charakter einer bergmännisch gebauten Grünbrücke hat, die die Eingriffe kaum abmildern kann.

Der BUND fordert deshalb die verantwortlichen Politiker und Planer dazu auf, dem Trauerspiel des Schönredens und -planens der Variante O2 ein Ende zu setzen und endlich auf die Variante einer Untertunnelung Mörlenbachs umzuschwenken. Eine Tunnellösung wäre für alle Beteiligten und Betroffenen akzeptabel und böte damit die Möglichkeit einer raschen Planung und Umsetzung. Was in Baden-Württemberg im Nachbarkreis des Kreises Bergstraße möglich ist, sollte auch in Hessen machbar sein.




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