27. Januar 2015

Wie wird der Stadtbus ein Erfolg?

Die Diskussion über ein attraktives Stadtbuskonzept für Heppenheim wird neu angestoßen. Wolfgang Janz, Geschäftsführer der Stadtverkehr Detmold GmbH, berichtet in seinem Vortrag am Mittwoch, den 04.02.2015, um 19.30 Uhr im Restaurant „Am Stadtgraben“ in Heppenheim, wie es in Detmold gelang, einen effektiven Stadtbusbetrieb aufzubauen. Die Regionalverbände Starkenburg und Rhein-Neckar des Fahrgastverbands PRO BAHN und der Kreisverband Bergstraße des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) laden Bürgerinnen, Bürger und Politiker aus Heppenheim und der weiteren Umgebung ein, sich über die Detmolder Erfolgsgeschichte zu informieren und über Umsetzungsmöglichkeiten zu diskutieren.

 

Der Detmolder Stadtbus startete 1994 nach gründlicher Vorbereitung mit zunächst einer Pilotlinie, die im 30-Minutentakt befahren wurde. Bald wuchs das Busnetz um weitere Linien. Heute sind acht Strecken eingerichtet, die Busse der Pilotlinie verkehren nun alle 15 Minuten. Das Konzept gilt in ganz Deutschland als Vorbild. Der Stadtbus transportiert rund fünf Millionen Fahrgäste pro Jahr, jeder neunte der rund 73.000 Einwohner Detmolds ist Inhaber einer Zeitkarte. Die Bindung der Stadtbuskunden an die Detmolder Innenstadt hat auch dazu beigetragen das Geschäftsleben im Zentrum zu erhalten.

 

Der Vortrag von Wolfgang Janz ergänzt die Erkenntnisse, die der Schweizer Verkehrsplaner Willi Hüsler vor etwa einem Jahr in Heppenheim vorgetragen hat. Hüsler machte deutlich, dass das Heppenheimer Stadtbus-Konzept wesentliche Merkmale für erfolgreiche Buslinien vermissen lässt: gerade Streckenführung statt Rundkurs, zentraler Knotenpunkt, Halbstundentakt.

 

„Ein schrittweiser Aufbau wie in Detmold könnte auch für Heppenheim ein Erfolgsmodell werden“, meint Sven Grahner, Sprecher von PRO BAHN, mit Blick auf den knappen Stadthaushalt. Gleichzeitig muß auf die Verknüpfung mit den sieben Regionalbuslinien geachtet werden, die im Auftrag des Landkreises unterwegs sind. Eine schwierige Aufgabe, für die nach Ansicht von PRO BAHN und BUND ein unabhängiger Verkehrsexperte hinzugezogen werden sollte.

 

Die beiden Verbände regen zudem an, mehr Haltestellen einzurichten, da viele Fahrgäste ungewöhnlich weit laufen müssten. „Kurze Wege zum Bus haben die Verantwortlichen in Detmold von Anfang an mit eingeplant“, bemerkt Guido Carl vom BUND Bergstraße.




Suche